Botschaft von Tahrir: “Wir brauchen eine starke politische Position”

Kann ein Preis den Menschen helfen? Eine Frage, die nicht nur auf dem ersten Menschenwürde Forum diskutiert wurde, sondern auch von den Aktivisten auf dem Kairoer Tahrir Platz.

“Ein Preis ist gut und schön, aber nicht genug”, so die Meinung mancher Demonstranten auf dem Tahrir Platz. Die jungen Ägypter fordern politische Unterstützung. “Wir brauchen eine starke Position von Seiten der westlichen Länder.”

4 comments

  1. Tim und Thomas

    Die Frage ist, was genau die jungen Ägypter unter einer “starken Position” verstehen: Verlangen sie politische Unterstuetzung (z.B. im Sinne einer Hilfe bei der Etablierung von demokratischen Strukturen) und/oder die vorbehaltlose Anerkenung des neuen Ägyptens? Welche Vorstellung hat die junge ägyptische Generation von ihrem Staat und welche Rolle soll dabei der Westen spielen?

  2. Liesa Lier, Yan Liu

    Natürlich ist ein Preis allein nicht genug. Aber ein Preis ist ein Anfang.

    Allein durch die hochkarätige Besetzung des Preisvergabekomitees kommt dem Preis eine besondere Bedeutung zu. Friedensnobelpreisträgern Dr. Shirin Ebadi und der langjähriger deutsche Außenminister Dr. Joschka Fischer sind nur zwei der bedeutenden Persönlichkeiten, die den Preis vergeben. Auch Kofi Annan, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger UN-Generalsekretär saß schon im Gremium der Roland-Berger-Stiftung. Was kann einem Preis mehr Bedeutung schenken als die Zustimmung dieser Personen, die sich in ihrem Leben in hohem Maße für Frieden und Menschenrechte eingesetzt haben?
    Dadurch werden einerseits wichtige diplomatische Kanäle eröffnet, außerdem die Glaubwürdigkeit des Preises geschaffen. Ein solcher Preis lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Probleme im Heimatland des Preisträgers. Auch, wenn nur ein Einzelfall beleuchtet wird, so kann dieser Einzelfall trotzdem Impulse setzen und Handlungen anstoßen.
    Aber der Preis allein rettet keine Menschenleben.

    Dieser Preis ist ein Zeichen. Doch diesem Zeichen müssen Taten folgen.

  3. Lara

    Wir unterstützen die Meinung dieses Artikels. Gleichzeitig verstehen wir die Problematik der westlichen Staaten – inwieweit kann/darf/soll man sich “einmischen”?
    Gerade nach der jahrelangen westlichen Unterstützung der diktatorische Staaten in der arabischen Welt, kann eine starke Positionierung des Westens unglaubwürdig scheinen. Trotzdem sehen wir es als unsere Pflicht nun die Freiheitsbewegung so weit wie möglich zu fördern, zu stärken, zu unterstützen.
    Außerdem erschweren die Heterogenität der Gruppen, der Mangel an objektiver Berichterstattung und die fehlende Repräsentation auf diplomatischer, politischer Ebene, die Kommunikation- und Meinungsbildung. Der “Westen” soll/muss ein verlässlicher Partner auf Augenhöhe sein und somit, durch seine Unterstützung, die Demokratisierung von innen fördern.
    Ein Preis reicht dabei noch nicht. Er stellt die Anerkennung der Freiheitsbewegungen von Menschen und Institutionen dar – dies muss jetzt auf die politische Ebene gehoben werden und zu Taten führen.

  4. RolandBerger5

    Unserer Meinung nach hat ein Preis durchaus das Potenzial, den Leuten zu helfen: Zunächst erfährt das gewürdigte Projekt oder die Person eine öffentliche Aufmerksamkeit, die das Interesse anderer Menschen für ihr Engagement weckt. Daneben hilft das Preisgeld das ausgezeichnete Projekt oder Engagement weiter zu fördern. Auch die ideelle Unterstützung durch die Roland Berger Stiftung, die nach der Preisverleihung weiterbesteht und den Gewürdigten Motivation und Bestätigung gibt, hilft auf lange Sicht den Menschen vor Ort.
    Ist das nicht schon eine westliche Positionierung?

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